Nachmittag der Begegnung soll Integration fördern - Oper und Operette ebenso im Programm wie Chormusik mit „Silberklang“ und „Vorwärts“

 

(sl). Nach der Eröffnungsveranstaltung der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, die mit einer Wanderausstellung am 17. März über die Geschichte und Gegenwart der Russlanddeutschen im Lollarer Rathaus eröffnet wurde, gab es jetzt eine Fortsetzung mit einem Nachmittag der Begegnung im Bürgerhaus der Buderusstadt.

Auch hier waren die Bilder mit dem Titel „Volk auf dem Weg, Geschichte und Gegenwart der deutschen aus Russland“ auf den großen Stellwänden zu besichtigen, die über die Auswanderung der Deutschen nach Russland in den Jahren 1763 bis 1862 berichteten, und dann zum Leidensweg dieser Volksgruppe überging, die als Deutsche aus ihren angestammten Dörfern verbannt wurden. Es wurde aber auch der Zustrom der Spätaussiedler gezeigt, die in den vergangenen 15 Jahren nach Deutschland gekommen waren.

Ausstellung im Rathaus dokumentiert Geschichte

(ju). Die Wanderausstellung „Volk auf dem Weg - Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland“ eröffnete ihre Pforten im Foyer des Bürgerhauses in Allendorf/Lda. Besondere Beachtung gewinnt diese Ausstellung, die vom Bundesministerium des Innern gefördert wird, durch den 70. Jahrestag der Vertreibung der Deutschen in der damaligen Sowjetunion nach Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der Sowjetunion am 28. August 1941, dem in diesem Jahr gedacht wird.

Begleitet wird die Wanderausstellung, die aus 25 anschaulichen Stellwänden besteht und mit Karten- und Filmmaterial aufbereitet ist und in dem auch Zeitzeugen berichteten, von der Vorsitzenden der Orts- und Kreisgruppe Gießen-Wetzlar-Weilburg der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Rosa Tugova und dem landsmannschaftlichen Projektleiter Jakob Fischer.

Ausstellung "Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland" in Heuchelheim endet mit Begegnungsnachmittag

Alles hinter sich gelassen, was vertraut war

 

(vk). Die Ausstellung "Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland", die seit Mitte April im Foyer der Heuchelheimer Sporthalle zu sehen war, wurde am Sonntag mit einem russlanddeutschen Begegnungsnachmittag beendet. Verschiedene russlanddeutsche Gruppen präsentierten sich im Rahmen eines Kulturprogramms. Schon bei den ersten Musikklängen wurden spontan Tänze aufgeführt.

"Seit den liberalen Reformen unter Gorbatschow in der Sowjetunion Ende der 80er Jahre sind weit über zwei Millionen Russlanddeutsche ins Land ihrer Vorfahren - nach sechs, sieben, acht Generationen - zurückgekehrt. Für sie war es ein großer Schritt, der ihnen nicht leicht gefallen sein kann. Sie haben alles hinter sich gelassen, was vertraut und bekannt war. Auswanderung bedeutet immer einen tiefen Lebenseinschnitt, denn Auswanderung bedeutet Trennung", sagte Heuchelheims Bürgermeister Lars Burkhard Steinz.

Heuchelheim (fhh). Seit Montag ist die Wanderausstellung »Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland« in der Sporthalle an der Schwimmbadstraße in Heuchelheim zu sehen.

Ausstellung zu Deutschen aus Russland

 

Projektleiter Jakob Fischer, Vorsitzende Rosa Tugova und  Bürgermeister Lars Burkhard Steinz	 (Foto: fhh)

Vorherige Stationen waren unter anderem Gießen und Reiskirchen. Die Ausstellung spannt einen weiten Bogen über die wechselvolle Geschichte dieser Bevölkerungsgruppe. Zu sehen ist die Ausstellung bis 2. Mai.

Die Ausstellung beginnt mit der beispielhaften Einwanderungsgeschichte von vier Familien. Gezeigt werden die Leistungen, die die Deutschen erbrachten, die erste kritische Situation nach dem Ersten und vor allem im Zweiten Weltkrieg mit den von Stalin angeordneten Massendeportationen. Die Verbannung und schließlich auch die Möglichkeit der Rückkehr nach Deutschland werden mit Daten und Fakten dargelegt. Die Deutschen, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ihre Heimat verlassen hätten, seien keine Abenteurer gewesen, vielmehr ehrbare und fleißige Bauern und Handwerker, erinnert Fischer. Wirtschaftliche Not als Folge des Siebenjährigen Krieges, Landmangel und Willkür der Obrigkeit, Steuerlasten, Zwangsrekrutierungen zum Militärdienst, aber auch religiöse Verfolgung zwangen die Menschen zu diesem schicksalsschweren Schritt.