Nachmittag der Begegnung soll Integration fördern - Oper und Operette ebenso im Programm wie Chormusik mit „Silberklang“ und „Vorwärts“

 

(sl). Nach der Eröffnungsveranstaltung der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, die mit einer Wanderausstellung am 17. März über die Geschichte und Gegenwart der Russlanddeutschen im Lollarer Rathaus eröffnet wurde, gab es jetzt eine Fortsetzung mit einem Nachmittag der Begegnung im Bürgerhaus der Buderusstadt.

Auch hier waren die Bilder mit dem Titel „Volk auf dem Weg, Geschichte und Gegenwart der deutschen aus Russland“ auf den großen Stellwänden zu besichtigen, die über die Auswanderung der Deutschen nach Russland in den Jahren 1763 bis 1862 berichteten, und dann zum Leidensweg dieser Volksgruppe überging, die als Deutsche aus ihren angestammten Dörfern verbannt wurden. Es wurde aber auch der Zustrom der Spätaussiedler gezeigt, die in den vergangenen 15 Jahren nach Deutschland gekommen waren.

 Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek begrüßte die Anwesenden und stellte fest, dass die geschichtliche Dokumentation, die auf den vielen Stellwänden nachgezeichnet ist, eindringlich um die Verständigung mit den Russlanddeutschen wirbt. Jakob Fischer, der die Moderation übernommen hatte, konnte dann den Chor „Heimatklang“ aus Gießen auf die Bühne bitten, der deutsche Volkslieder aus Russland zu Gehör brachte, „Ach Heinrich, stolzer Heinrich“, oder die „Hopsapolka“, „Fritz und Olga“ erklangen. Olga Vogt, Sopranistin des Gießener Stadttheaters, brachte darauf einige populäre Lieder zu Gehör und begleitet sich auch am Klavier. Rosa Tugova, die Vorsitzende der Orts- und Kreisgruppe Gießen der Landsmannschaft der Deutschen aus Rußland, erinnerte in ihren Grußworten an einen Ausspruch von Alexander von Humboldt, der festgestellt hatte „Wer seine Vergangenheit nicht achtet, ist keiner Zukunft wert“.

Dann konnte Fischer zwei kleine Sängerinnen auf die Bühne bitten. Die siebenjährige Kristina Muschinski und die zwei Jähre ältere Alina Gur sangen das bekannte Lied „Grün, grün, grün sind alle meine Kleider“, am Klavier wurden sie dabei von Andja Aysenberg begleitet. Bojidar Lasarov trug darauf die Arie „Caro mio ben“, von Tommaso Giordani vor. Wer kennt sie nicht, die Barcarole aus Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach „Schöne Nacht, du Liebesnacht“, die Lasarov anschließend zusammen mit Irene Maul zu Gehör brachte. Am Klavier wurden sie von Sdravka Lasarov begleitet. Mit von der Partie beim Programm war auch die Sängervereinigung „Vorwärts Lollar“, die vertretungsweise von Heidi Becker dirigiert wurde, und gesanglich berichtete „Das Leben bringt groß Freud“.

Auch der deutsch-russische Chor „Silberklang“ trug einige russische Lieder vor. Ein Höhepunkt zeichnete sich dann mit dem gemeinsamen Auftritt der Sängervereinigung und dem Chor „Silberklang“ ab, der von Irene Maul dirigiert wurde und mit „Kalinka“ zu gefallen wusste, ehe sich das Programm seinem Ende zuneigte.

09.04.2011 - LOLLAR